Was ist Matter?

Und braucht man das wirklich im Smart Home?

Matter ist ein relativ neuer Smart-Home-Standard, der von großen Unternehmen wie Apple, Google, Amazon und Samsung gemeinsam entwickelt wurde. Ziel ist es, ein einheitliches Protokoll zu schaffen, damit Geräte unterschiedlicher Hersteller besser miteinander funktionieren.

Klingt gut. Aber was steckt technisch dahinter, und ist das wirklich die Lösung für alle Smart-Home-Probleme?

Was ist Matter technisch gesehen?

Matter ist ein herstellerübergreifender Kommunikationsstandard für Smart-Home-Geräte.
Er basiert auf IP, also Internet-Protokoll, und läuft typischerweise über:

  • WLAN

  • Ethernet

  • Thread

Thread ist dabei ein energiesparendes Mesh-Netzwerk, ähnlich wie Zigbee, jedoch IP-basiert.

Wichtig: Matter ersetzt nicht zwingend WLAN oder Bluetooth, sondern definiert eine gemeinsame Sprache, mit der Geräte kommunizieren.

Warum wurde Matter entwickelt?

Das Problem im Smart Home war lange klar:

  • Hersteller A funktioniert nicht sauber mit Hersteller B

  • Alexa, Google Home und Apple HomeKit hatten eigene Ökosysteme

  • Nutzer mussten sich auf eine Plattform festlegen

Matter soll das ändern. Ein Gerät mit Matter-Zertifizierung soll theoretisch:

  • mit Apple Home funktionieren

  • mit Google Home funktionieren

  • mit Amazon Alexa funktionieren

  • ohne Cloud-Zwang lokal steuerbar sein

Das ist zumindest die Idee.

Was sind die Vorteile von Matter?

  • Herstellerübergreifende Kompatibilität

  • IP-basierte Kommunikation

  • Lokale Steuerung möglich

  • Unterstützung durch große Unternehmen

  • Weniger Abhängigkeit von proprietären Standards

Gerade für Einsteiger kann das die Einrichtung vereinfachen.

Was sind die Grenzen von Matter?

Matter ist kein Wundermittel.

  • Es ersetzt keine durchdachte Automatisierung

  • Es löst keine Netzwerkprobleme

  • Es ersetzt keine komplexen Smart-Home-Systeme

  • Die Gerätevielfalt ist noch im Aufbau

Zudem bleiben viele Herstellerfunktionen außerhalb des Matter-Standards weiterhin proprietär.

Braucht man Matter wirklich?

Für einfache Smart-Home-Setups kann Matter sinnvoll sein.
Für komplexere Systeme mit eigener Logik, Automatisierung oder Integration in Plattformen wie Home Assistant ist Matter eher eine zusätzliche Option als eine Revolution.

Wer bereits ein funktionierendes System mit Zigbee, WLAN oder anderen Protokollen betreibt, muss nicht zwingend wechseln.

Fazit

Matter ist ein sinnvoller Schritt in Richtung Standardisierung im Smart Home.
Es reduziert Kompatibilitätsprobleme und vereinfacht den Einstieg.

Aber es ist kein Ersatz für Planung, Netzwerkverständnis oder durchdachte Automatisierung.

Wie so oft in der Technik gilt: Ein neuer Standard ersetzt nicht das Denken.

FAQ zu Matter

Was ist der Unterschied zwischen Matter und Zigbee?
Zigbee ist ein Funkprotokoll. Matter ist ein übergeordneter Standard, der über IP läuft und verschiedene Transportwege nutzen kann.

Brauche ich neue Hardware für Matter?
Teilweise ja. Nicht alle bestehenden Geräte sind updatefähig.

Ist Matter sicherer als ältere Standards?
Matter setzt auf moderne Verschlüsselung, Sicherheit hängt aber weiterhin vom Gesamtsystem ab.

Funktioniert Matter ohne Cloud?
Ja, lokale Steuerung ist möglich.

Ist Matter die Zukunft des Smart Home?
Es wird eine wichtige Rolle spielen, aber nicht alle bestehenden Systeme ersetzen.